Private und gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

GKV und PKV – was steckt dahinter? Wir sagen dir, was die Vor- und Nachteile der beiden Systeme sind

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Lesedauer: 4 Minuten

2022-08-30

Die Frage aller Fragen: Sollst du gesetzlich versichert bleiben oder lohnt sich für dich ein Wechsel in die private Krankenversicherung? Damit du schnell herausfindest, wo du besser aufgehoben bist, klären wir über die Pros und Cons der beiden Optionen auf.

PKV und GKV: Was sind die Unterschiede?

Gesetzliche und private Krankenversicherungen könnten nicht unterschiedlicher sein. Die gesetzliche Krankenkasse basiert auf dem Solidaritätsprinzip – die Gesunden tragen die Kranken. Das heißt: gleicher Schutz für alle, egal wie viel du verdienst. Gleicher Schutz, aber ungleiche Beiträge. Wie viel du zahlst, hängt einzig und allein von deiner finanziellen Leistungsfähigkeit ab – nicht von deinem Gesundheitszustand. Verdienst du mehr, dann zahlst du automatisch höhere Beiträge.

Du bekommst dafür die gleichen Leistungen wie diejenigen, die weniger zahlen. Das Spektrum der Leistungen der GKV ist gesetzlich festgelegt und daher bei allen Krankenkassen gleich. Spielraum haben diese nur begrenzt – zum Beispiel über bestimmte Zusatzleistungen.

In der PKV sieht das anders aus. Private Krankenversicherungen funktionieren nach dem Äquivalenzprinzip. Das bedeutet, Beiträge werden entsprechend deiner individuellen Risikofaktoren kalkuliert und sind nicht abhängig vom Einkommen. Du zahlst dabei ausschließlich für deine eigene Absicherung. Faktoren wie dein Alter, Gesundheitszustand und der gewählte Tarif entscheiden über die Höhe deines monatlichen Beitrags.

Und bei den Leistungen kannst du ganz nach deinem individuellen Bedarf gehen und hast so ebenfalls Einfluss auf die Beitragshöhe. Was die möglichen Leistungen angeht, sind nach oben im Prinzip keine Grenzen gesetzt: Hier wird dir die Crème de la Crème der medizinischen Möglichkeiten geboten.

An wen richten sich PKV und GKV?

Ob GKV oder PKV für dich besser geeignet ist, kannst du schon mal anhand deines Einkommens einschätzen. Liegt dein Bruttojahreseinkommen unter 64.350 Euro, musst du dich gesetzlich versichern lassen. Wenn es oberhalb dieser Grenze liegt, kannst du in die PKV wechseln, sofern du ein paar weitere Bedingungen erfüllst. In diesem Artikel erfährst du mehr über die Eintrittsbedingungen und darüber, für welche Berufsgruppen sich die PKV am besten eignet.

Was sind die Vor- und Nachteile einer GKV?

Vorteile:

Gesetzliche Krankenkassen nehmen grundsätzlich jeden auf, unabhängig von Alter, Vorerkrankungen oder aktuellem Gesundheitszustand. Familien haben die Möglichkeit, sich gemeinsam zu versichern (Familienversicherung). Ein weiterer Vorteil der GKV ist, dass die Beiträge ans Einkommen gekoppelt sind. Solltest du einmal weniger verdienen, sinken auch die Beiträge.

Nachteile:

Flexibilität, ade! Gesetzlich Krankenversicherte können ihren Schutz nicht individuell auf ihre Bedürfnisse anpassen. Leistungen und Beiträge sind von der GKV vorgeschrieben, du kannst dir also nur deine Krankenkasse aussuchen. Außerdem können sich der Leistungsumfang und die Höhe der zusätzlichen Zahlungen jederzeit ändern. Auch bei Arztwahl und Behandlungen gibt es wenig Auswahlmöglichkeiten. In der GKV bekommst du Standardleistungen und musst für Hilfsmittel wie Seh- und Hörhilfen sowie Zahnersatz meistens zusätzlich zahlen.

Was sind die Vor- und Nachteile einer PKV?

Vorteile:

Hallo, Privatpatientenstatus! In der PKV stehen dir weitaus mehr Leistungen offen als in der gesetzlichen Krankenkasse. Hier kommt die Liste der Privilegien von Privatversicherten:

  • Leistungsgarantie: Du kriegst, was du gewählt hast. Alle Leistungen, die dir vertraglich zugesichert wurden, werden dir garantiert und es gibt keine Änderungen oder Ausschlüsse. Nicht jetzt und nicht in Zukunft.
  • Wahlleistungen: Du kannst dir aussuchen, ob du dir zum Beispiel eine Behandlung vom Chefarzt wünschst oder dir den Luxus eines Einzelzimmers in der Klinik gönnen möchtest.
  • Günstigere Beiträge: Je früher du anfängst, in die PKV einzuzahlen, desto besser. Solange du jung und gesund bist, wird ein Teil des Beitrags angespart, damit du auch später, wenn du mehr ärztlichen Support brauchst, noch günstige Beiträge hast.
  • Schnelle und exklusive Behandlungen: Kürzere Wartezeiten, schnellere Terminvergabe und umfangreiche Vorsorgeuntersuchungen – vieles geht hier einfacher.
  • Altersrückstellungen: Die PKV bildet heute Rücklagen für dich, damit deine Beiträge im Alter nicht stark steigen.
  • Beitragsrückerstattung: Du bist selten krank und hast keine ambulanten oder zahnärztlichen Behandlungen in Anspruch genommen? Dann gibt es am Ende des Jahres Geld zurück!

Nachteile:

Neben Vorteilen birgt die PKV auch Nachteile, die du beachten solltest, wenn du in die PKV willst.

  • Keine Familienversicherung: Bei der PKV hat jede:r Versicherte einen eigenen Tarif, der sich nach Gesundheitszustand und nach dem Alter des Versicherten richtet.
  • Kinderversicherung nur gegen Beitrag: Kinder können mitversichert werden, für jedes Kind wird allerdings ein Beitrag fällig. Sie werden bei dem Elternteil mitversichert, der das höhere Einkommen hat.

Mit welchen Beiträgen muss ich rechnen?

Je nach Alter, Gesundheitszustand und Berufsgruppe gilt für dich ein anderer Beitrag. Damit du dir einen ungefähren Überblick verschaffen kannst, haben wir einen Beispielfall für dich. Wir gehen von einem 30-jährigen Versicherten aus. Sämtliche Angaben sind lediglich Richtwerte.

In der Tabelle siehst du deinen Anteil am Beitrag nach Abzug des Arbeitgeberanteils, der bei Angestellten in der GKV die Hälfte des Beitrags ausmacht, in der PKV verhält es sich ähnlich. Freiwillig gesetzlich Versicherte (Selbstständige, Verbeamtete und Freiberufler:innen) müssen den gesamten Beitrag selbst zahlen. Privat versicherte Verbeamtete erhalten statt des Arbeitgeberzuschusses Beihilfe.

Wann und wie kann ich von der GKV in die PKV wechseln?

Wenn du die Bedingungen für die PKV erfüllst, kannst du zu jedem Zeitpunkt den Wechsel beantragen. Beachte dabei die Kündigungsfrist der GKV von drei Monaten. Einzige Ausnahme: Falls du dich von heute auf morgen selbstständig machst, kannst du sofort wechseln.

Du hättest gerne Unterstützung beim Wechsel? Sprich uns einfach an! Wir sind für dich da.

Was bringt mir ein Beratungsgespräch bei Getsafe?

In einem Wort: Klarheit. Wir gehen gemeinsam deine Situation durch, erfassen deinen persönlichen Bedarf und beraten dich ausführlich zum Thema PKV. Wir empfehlen dir passende Tarife und nehmen uns Zeit für deine Fragen. Hinterher bist du schlauer!

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Autor: Getsafe