How To Private Altersvorsorge

Warum du lieber heute an die Rente denkst und wie dir eine PAV finanzielle Freiheit für morgen schenkt

Artikel

Lesedauer: 5 Minuten

2022-05-24

„Die Rente ist sicher.“ (Norbert Blüm), ehemaliger Arbeits- und Sozialminister.

Die Aussage entstammt einer Kampagne der Bundesregierung aus dem Jahr 1986. Mit den gleichen Worten verteidigte Blüm 1997 die umlagebasierte Rentenversicherung in einer hitzigen Parlamentsdiskussion. Noch 25 Jahre später erinnern sich viele an dieses Zitat.

Das gute Gefühl einer sicheren Rente möchten wir alle gern spüren. Im Hier und Jetzt beschäftigt dich aber vielmehr dein erster Job, die Kinder im Alltag oder deine geniale Gründungsidee? Das ist okay! Gleichzeitig kannst du der Zukunft gelassener entgegensehen, wenn du privat vorsorgst. Damit das Leben auf dem gleichen Level weitergeht. In diesem Artikel erfährst du, wie private Altersvorsorge funktioniert.

Warum brauche ich eine private Altersvorsorge?

Die Antwort ist frappierend einfach: weil die gesetzliche Rente nicht reicht. Wir haben die Chance, älter als jede Generation vor uns zu werden. Gleichzeitig fehlt der Nachwuchs. Laut Statistischem Bundesamt wird 2050 jede dritte Person in Deutschland über 60 sein, aber nur jede sechste unter 20. Deshalb geht der Generationenvertrag, bei dem die Berufstätigen die Rentner:innen finanzieren, immer weniger auf. Das bedeutet automatisch weniger Rente. In Zahlen? Du wirst mit 48 Prozent deines letzten Gehalts abzüglich Steuern auskommen müssen. Willst du also den gewohnten Lebensstandard mit Reisen, Restaurants & Co. halten, sorgst du besser privat vor.

Was heißt das? Die private Altersvorsorge umfasst viele freiwillige und in Teilen geförderte Ansparmöglichen, die auf den Vermögensaufbau bis zur Rente abzielen.

Was passiert, wenn ich keine PAV habe?

Du wirst mit weniger als der Hälfte deines bisherigen Einkommens nach dem aktiven Erwerbsleben auskommen müssen. Dieser Bruch zwischen Nettogehalt und Rente heißt nicht umsonst Rentenlücke. Und die ist größer als du denkst: Die Inflation lässt die Preise steigen, während deine Rente annähernd gleich bleibt. Schon 2 Prozent vernichten in 30 Jahren ein Drittel deines Geldes. Dann heißt es, kleinere Brötchen backen.

Rentenlücke – was ist das und wie kann ich sie schließen?

Unter Rentenlücke versteht man die – leider negative Differenz – zwischen deinen letzten Nettoeinkünften und der gesetzlichen Rente. Manchmal wird so auch das Minus zwischen der Rente und deinem späteren Bedarf bezeichnet. Um diese Lücke zu schließen und den Status quo zu halten, gibt es keine sinnvollere Lösung als die private Altersvorsorge.

Für wen ist private Altersvorsorge sinnvoll?

Die private Altersvorsorge lohnt sich für alle: für Angestellte genauso wie für Selbständige oder Eltern in Erziehungszeit.

Für die gesetzliche Rente gilt: Wer wenig einzahlt, kann nur wenig erwarten. Da wir immer später ins Berufsleben starten, zahlen wir kürzer auf unser Rentenkonto ein. Auch das Erwerbsleben hat sich stark gewandelt – Auszeiten, Selbständigkeit oder Teilzeit gehören heute zur Job-Biografie. Mit Folgen für die Rente: Angestellte, die ein Sabbatical nehmen, sollten extra vorsorgen. Ebenso Selbständige, die nahezu alles über die private Vorsorge regeln müssen. Nicht zuletzt Teilzeitkräfte, die durch reduzierte Zeiten ihren Rentenanspruch verringern. Wenn du nicht auf den spitzen Bleistift des Amts angewiesen sein willst, mach dich mit der PAV unabhängig.

Ab wann soll ich mit der PAV beginnen?

Sobald du finanziell auf sicherem Grund stehst. Das heißt, du verdienst dein erstes eigenes Geld, der Notgroschen ist zurückgelegt und die Basis abgesichert.

Und dann am besten gestern! Denn jeder Euro, den du in die PAV steckst, arbeitet für dich. Vernünftige Renditen helfen, dein Geld zu vermehren. Dabei wirkt der Zinseszinseffekt. Das funktioniert so: Zu deinem Anfangskapital kommen Zinserträge hinzu, die sich in den Folgejahren ebenfalls mitverzinsen. Diesen Zins auf den Zins nannte schon Albert Einstein das achte Weltwunder.

Drei Säulen fürs Alter

Deutschlands Altersvorsorge wird von drei Säulen getragen: der gesetzlichen Rente, der geförderten Vorsorge sowie der privaten Altersvorsorge. Die gesetzliche Rente ist für das Gros der Deutschen ein Muss. Bei der geförderten Vorsorge sorgst du entweder mit dem Arbeitgeber oder über Riester-Verträge vor. Die PAV umfasst private Lebens- und Rentenversicherungen. Idealerweise kombinierst du die drei Bausteine nach deinen Bedürfnissen.

Welche Möglichkeiten habe ich konkret vorzusorgen?

Basisrente

Auch bekannt als Rürup-Rente. Sie ähnelt dem staatlichen Konzept der Rentenversicherung und eignet sich für Freiberufler und Selbständige. Du zahlst ein, solange du arbeitest (Steuervorteile inklusive, besonders bei hohem Steuersatz) und erhältst später eine Rente bis zum Lebensende. Der Rentenbeginn liegt in deiner Hand.

Riester-Rente

Eine staatlich geförderte, private Rente. Hier profitierst du von Zuschüssen beim Ansparen – Grund- und Kinderzulage unterstützen deine Altersvorsorge. Davon profitieren vor allem Geringverdienende mit vielen Kindern. Wenn du früh startest (unter 25), nimmst du zudem einen einmaligen Bonus mit.

Betriebliche Altersvorsorge

Extra vom Arbeitgeber, das dich deinem persönlichen Altersvorsorgeziel näher bringen kann. Ein Teil des Bruttolohns wird in eine PAV investiert. Was einen positiven Effekt auf deine Steuer und Sozialversicherung hat. 15 Prozent muss deine Firma zuschießen. Mehr geht immer.

Private Rentenversicherung

Die Wundertüte der Altersvorsorge. Flexibel an deine Bedürfnisse angepasst. Du bestimmst den Rentenbeginn und die Auszahlungsregeln – als monatliche Rente oder einmalige Finanzspritze.

Wie viel kostet die private Altersvorsorge?

Weniger als du denkst. Schon ab 25 Euro im Monat gibt es das gute Gefühl einer sicheren Rente – die Empfehlung der Gesetzlichen Rentenversicherung sind 10–20 Prozent deines Nettoeinkommens. Dein Vorsorgeplan wird individuell auf deine persönliche Situation abgestimmt: Alter, Verdienst, Lifestyle und Vorerkrankungen spielen eine Rolle. Dein finanzieller Nutzen ist im Vergleich zum Sparen auf eigene Faust höher. Denn steuerliche Vergünstigungen gibt es nur für den guten „Rentenzweck“.

Hat die PAV steuerliche Vorteile?

Jeder Beitrag, den du explizit für deine Rente ansparst, wird steuerlich begünstigt. Das gilt übrigens nicht für Anlagen in Immobilien oder Depots, da sie nicht zweckgebunden sind. Je nach Renten- oder Vorsorgebaustein gibt es unterschiedliche Vorteile: Du profitierst entweder bei der Anspar- oder später in der Rentenphase. Ausdrücklich absetzbar von der Steuer ist übrigens die Basisrente als Pendant zur gesetzlichen.

Wie lange muss ich in meine PAV einzahlen?

Vorsorge ist ein langfristiges Ziel. Je mehr Zeit du investierst, desto besser. Bei der privaten Rentenversicherung wechselst du ab dem 62. Lebensjahr vom Einzahlungs- in den Auszahlungsmodus. Wird es eng, kannst du pausieren und deinen Vermögensausbau später wiederaufnehmen. Läuft es gut, kannst du deine Sparraten aufstocken.

Wann und wie wird meine PAV ausgezahlt?

Zum von dir individuell festgelegten Rentenbeginn (ab 62) wird dein Geld ausgezahlt. Je nach Produkt genießt du eine monatliche Rente oder profitierst von einer größeren Einmalzahlung. Oder aus einer Kombi von beidem.

Du hast noch Fragen? Wir sind für dich da – buch dir einfach eine persönliche Beratung bei unserem Expertenteam!

Autor: Getsafe