5 Tipps, wie du dein Fahrrad vor Diebstahl schützt

260.000 Fahrräder wurden 2021 gestohlen. Mit diesen Tipps machst du Langfingern das Leben schwer und hast länger Freude an deinem Fahrrad.

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Lesedauer: 5 Minuten

2022-07-27

Sommer ist, wenn du mit dem Rad an den See fährst und ins kühle Nass springst. Oder nach einer ausgiebigen Fahrradtour einen Abstecher in den Biergarten oder ins Eiscafé unternimmst. Doch was willst du auf keinen Fall erleben, wenn du erfrischt und entspannt wieder aufsteigen willst? Genau, dass dein Rad plötzlich weg ist.

Du bist übrigens in bester Gesellschaft: In Deutschland gibt es rund 81 Millionen Fahrräder, mehr als je zuvor. Fahrradfahren liegt im Trend. Über 80 Prozent der Deutschen nutzen das Fahrrad – für Freizeit und Urlaub, für den Weg zur Arbeit, Uni oder Schule. Dass wir uns hierzulande zu den führenden Fahrradnationen zählen dürfen, ist ein gutes Zeichen: Schließlich ist Fahrradfahren nicht nur umweltfreundlich, sondern auch gut für die Gesundheit. Für jede zweite Person ist das Fahrrad ein unverzichtbares Verkehrsmittel.

Die Schattenseite von so viel Radkultur: Langfinger gibt es ebenfalls viele. 2021 wurden in Deutschland etwa 260.000 Fahrräder geklaut. Das heißt, alle 120 Sekunden passiert ein Diebstahl! Aber wenn du jetzt denkst: „Mir kann nichts passieren, ich wohne ja nicht in der Großstadt“, dann bist du leider auf dem Holzweg. Auch auf dem Land wird fleißig geklaut: aus Fahrradkellern, von Bahnhöfen, Haltestellen und Shoppingzeilen.

Und die Dieb:innen werden immer raffinierter – in organisierten Banden suchen sie sich ihre Opfer gut aus und haben auch das passende Werkzeug parat. Höchste Zeit, ihnen ein paar Steine in den Weg zu legen, damit du länger Fahrradfreude hast: Mit diesen fünf einfachen Tipps schützt du dein Fahrrad vor Diebstahl.

Tipp 1: Location, Location, Location

Der Präventivtipp schlechthin: Parke dein Fahrrad an strategischen Stellen. Also nicht in ruhigen Seitenstraßen oder verwinkelten Gassen, denn das gibt Kriminellen umso mehr Zeit zuzuschlagen. Besser sind belebte Einkaufsstraßen, zum Beispiel vor Cafés, weil der Diebstahl dort meist nicht unbemerkt bleibt. Außerdem hilft es, dein Rad nicht an Orten anzuschließen, wo es offensichtlich ist, dass du eine Weile weg sein wirst – etwa vor Arztpraxen oder Bürogebäuden. Und wenn du es in der Nähe von Videokameras abstellen kannst, hat auch das einen potenziell abschreckenden Effekt.

Vermeide es, dein Rad längere Zeit oder gar regelmäßig am gleichen Ort zu lassen, denn Dieb:innen beobachten sehr genau und schlagen dann einfach in einem für sie günstigen Moment zu. Achte darauf, dass du dein Rad an einem fest im Boden verankerten Gegenstand anschließt, zum Beispiel an Fahrradbügeln, Laternen, Bäumen oder Metallgittern. Auf keinen Fall aber an Pfosten, Maschendraht- oder Holzzäunen!

Übrigens: Jeder dritte Fahrraddiebstahl ist ein Gelegenheitsklau. Also egal, wie kurz du es aus den Augen lässt, schließe dein Bike immer ab.

Tipp 2: Doppelt hält besser

Guten Platz gefunden? Dann geht es jetzt ans Abschließen. Auch da gibt es einiges, was du tun kannst, um einen Fahrradklau zu verhindern. Schließe das wertvollste Teil zuerst an: erst Rahmen, dann Hinterrad und zuletzt das Vorderrad. Und zwar so hoch wie möglich am Oberrohr. Ein Schloss ist selten ausreichend – also setze am besten auf zwei unterschiedliche Schließsysteme. So machst du es Langfingern schwer, die nur das Werkzeug für einen Schlosstyp dabei haben. Je weniger Freiraum du innerhalb deines Schlosses lässt, desto weniger Angriffsfläche bietest du für diebisches Equipment. Achte darauf, dass das Schlüsselloch (falls vorhanden) nach unten zeigt und das Schloss nicht auf dem Boden liegt – auch das erhöht den Aufwand.

Wenn du in der Gruppe unterwegs bist, stellt das günstigste Fahrrad nach außen und das teuerste nach innen, damit es für Kriminelle weniger ansprechend ist, das äußerste Rad mitzunehmen. Noch was: Alle abnehmbaren Zubehörteile wie Sattel, Navi, Fahrradkorb, Lichter, Trinkflasche oder den Akku vom E-Bike nimmst du besser mit, wenn du sie noch mal wiedersehen willst.

Tipp 3: Schloss ist nicht gleich Schloss

Wie sicher sind deine Schlösser? Drei Dinge sind hier entscheidend: An welchem Ort willst du es abschließen, wie lange bleibt es unbeaufsichtigt und wie viel ist dein Fahrrad wert? Das Risiko, dass es in der Stadt oder auf einem Uni-Campus gestohlen wird, ist höher als auf dem Land. Öffentlich zugängliche Plätze wie Bahnhöfe und Schulhöfe sind riskanter als verschließbare Garagen, Schuppen oder Keller. Und wenn dein Fahrrad mehrere Stunden, gar über Nacht draußen geparkt wird, ist das auch gefährlicher als kurze Zeiträume.

Je mehr dein Fahrrad wert ist, desto höher sollte die Sicherheitsstufe deiner Schlösser sein. Das E-Bike braucht mehr Schutz als der olle Drahtesel vom Cousin. Grundsätzlich empfiehlt sich aber fast immer, am Schloss nicht zu sparen. Wenn du in einer größeren Stadt wohnst, leg dir am besten ein billiges Zweitfahrrad für den Alltag zu; das ist weniger attraktiv für Langfinger.

Ob Kabel-, Bügel-, Falt- oder Kettenschloss, in all diesen Kategorien finden sich schwer zu knackende Exemplare – wie dieser Schloss-Test ergeben hat. Schwer ist ein gutes Stichwort, denn schwere Schlösser bieten besseren Schutz als leichte Kabelschlösser, die einfach durchtrennt werden können. Rahmenschlösser, also fest am Fahrrad angebrachte Schlösser, sind ebenfalls nicht sicher genug – das Fahrrad kann ohne große Mühe weggetragen werden.

Und wie sieht es mit smarten Schlössern aus, die du einfach per App bedienst? Was nett und praktisch klingt, überzeugt in der Praxis in puncto Sicherheit leider selten – für Profi-Dieb:innen sind viele Modelle kaum mehr als Geschenkband.

Tipp 4: Pimp your Diebstahlschutz

Wenn du dein Bike sehr liebst und besser sichern möchtest, kannst du einige Vorkehrungen treffen – von Schließsystemen über Sattelklemmen zu GPS-Trackern und Alarmanlagen. Hier kannst du im Fahrradladen deines Vertrauens schon für wenig Geld nachrüsten. Lass dich am besten beraten, was für Gadgets für dein Modell am meisten Sinn ergeben.

Eine weitere wichtige Maßnahme: Nutze die Fahrradpass-App, um deine Fahrraddaten inklusive Fotos online zu speichern. Im Ernstfall kannst du die dann einfach weiterleiten, damit die Polizei die Fahndung aufnehmen kann. Notiere dir zusätzlich die Rahmennummer und hebe sie mit deinem Kaufbeleg an einem sicheren Ort auf. Außerdem gibt es Diebstahldatenbanken, die du durchforsten kannst, sollte es dich treffen.

Tipp 5: Für alle Fälle versichern

Wie versicherst du dein geliebtes Fahrrad (oder deine Bike-Flotte) am besten gegen Diebstahl? Solange du es nur zu Hause unbeobachtet lässt, also in der verschlossenen Garage oder im Keller beispielsweise, ist der Fahrradschutz in deiner Hausratversicherung enthalten. Um es auch unterwegs abzusichern – wo Diebstahl umso wahrscheinlicher ist – wähle einfach die Erweiterung „Fahrraddiebstahl“. Damit schützt du dich effektiv und günstig davor, plötzlich ohne Fahrrad auskommen zu müssen. Dir wird nämlich der Neuwert deines Rads erstattet, falls es gestohlen wird. Und du kannst natürlich auch mehrere Fahrräder, E-Bikes, Pedelecs, Anhänger und sämtliches Zubehör in einem Vertrag versichern.

Wichtig: Damit der Schutz greift, schließe dein Fahrrad immer an einen festen Gegenstand an, wenn du es nicht benutzt – siehe Tipp 1. Dann kann es nicht einfach weggetragen oder herausgehoben werden. Rahmenschlösser gelten deshalb im Sinne der Versicherung nicht als vollwertige Schlösser.

Fahrrad weg – und nun?

Trotz aller Maßnahmen für den Diebstahlschutz, manchmal passiert es doch. Aber halb so schlimm – jetzt springt deine Versicherung ein und hilft dir aus der Patsche.

So meldest du den Fall:

  • Mach unbedingt Fotos vom Diebstahlort und hebe Schlüssel und Schlossteile auf.
  • Zeige den Diebstahl bei der Polizei an. Wenn du eine Fahrradpass-App hast, kannst du ihnen deine Fahrraddaten einfach senden. Und falls du einen GPS-Tracker verbaut hast, kann auch diese Info für die Ermittlung hilfreich sein.
  • Wenn du den Diebstahl gemeldet hast, schicke die Unterlagen auch an deine Versicherung. Bei Getsafe folgst du einfach den Anweisungen vom Chatbot.
  • Das war’s – wir kümmern uns um alles Weitere, prüfen das Ganze und veranlassen die Erstattung, damit du dir Ersatz besorgen kannst und schnell wieder mobil bist.

Und jetzt bist du dran: Hast du gute Tipps auf Lager, wie wir gemeinsam gegen Gauner:innen angehen und die Fahrradsicherheit verbessern können? Dann lass mal hören – die Community wird es dir danken.

Autor: Lisa